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Eindrücke von unserer Reise zur Patenschule „St.Josif“ in Alba Julia, Rumänien

Zwei neugierige Lehrerinnen machten sich auf die 1000km lange Reise nach Siebenbürgen, um ein Bild von der Schule zu bekommen, zu der ein Briefwechsel  mit 34 Schüler unserer besteht.

Nach einer interessanten Autofahrt auf Landstraßen durch  Banat und Siebenbürgen sowie einem ersten Erkundungsgang durch Alba Julia (66 000 Einwohner), besuchten wir am nächsten Tag die Schule.

Pater Patrick, der Deutsch in den Klassen unserer Briefpartner unterrichtet, nahm uns mit in seinen Unterricht der 7/8, wo wir zuerst die Briefe der Bernstein-Schüler übergaben.  Anschließend beantworteten wir Fragen der Schüler. Die 13/14-Jährigen wollten einiges über den Unterricht in Deutschland, den Lehrerberuf und unsere Eindrücke von Rumänien wissen.  Aber auch wir erfuhren natürlich  Interessantes von Pater Patrick und den Schülern: z. B. dass es die Noten 1-10 gibt, dass der Sportunterricht sehr militärisch in Reih und Glied und vorwiegend mit Leibesübungen abläuft und dass die Strafe „Eckestehen“ noch angewendet wird.

 

Am nächsten Tag waren wir Gäste im Deutschunterricht der 5/6, die ganz quirlig wurden, als sie die Geschenke der Jacaranda-und Palisanderkinder sahen. Jeder sollte ein Wort nennen, das er aus dem Brief unserer Schüler nicht verstand. Und das waren dann meist umgangssprachliche Wörter wie: kriegen, zamfahrn usw. Auch mit ihnen unterhielten wir uns wieder in Deutsch und stellten fest, dass sie unsere Sprache schon recht gut beherrschen. Manche wollten von uns  etwas über ihre Briefpartner wissen, über die Unterrichtsfächer und wie uns Alba Julia gefällt. 

Wir staunten nicht schlecht, als wir in einem Lehrbuch sahen, dass der Matheunterricht von der 1.Klasse an ein weitaus höheres Niveau als bei uns hat. Stolz rechnete eine Schülerin der 6.Klasse uns an der Tafel eine wirklich schwierige x-Gleichung vor. Am 3.Tag waren wir nochmals zu Besuch in der 7/8. Wir erfuhren, dass im kommenden Schuljahr die ersten 10 Schüler das Abitur ablegen werden (12.Klasse) und dazu das Deutsch-Diplom, welches das Aushängschild dieser Schule ist. Es wird in Köln korrigiert und berechtigt zum Studium an einer dt. Universität. Danach besuchten wir die Oberstufe, die in einem anderen Gebäude lernt. Von alleine boten die Schüler an, extra für uns eine Szene aus ihrem in deutscher Sprache einstudierten Theaterstück “Die Physiker“ von Dürrenmatt vorzuspielen. Es wird zum Schuljahresabschluss aufgeführt.

 

 

Wir waren beindruckt von der Disziplin und Höflichkeit in allen Klassen und  von der  Dankbarkeit, diese einzige Privatschule im Bezirk Alba besuchen zu können, die sich ausschließlich aus Spendengeldern trägt. Die von uns mitgebrachten Bücher stehen jetzt in der Bücherei der Schule und wurden dankbar entgegengenommen.

Wir freuen uns, wenn jedes Jahr neue 5.Klassler einen Briefwechsel beginnen, der dann bis zur Oberstufe fortgesetzt werden kann und es so eventuell auch zu einem gegenseitigen Besuch in der 7./8.Klasse  kommen kann. Die rumänischen Schüler würden sich sehr darüber freuen und auch für jedes Kind von uns wird diese Reise ein Erlebnis werden.

 

Natürlich sahen wir uns nach den Schulbesuchen auch die Sehenswürdigkeiten von Alba Julia sowie dessen Umgebung an. Die sternförmige Festung der Stadt mit ihrer 12 km langen Ziegelmauer ist einen Besuch wert. Beeindruckt waren wir vor allem von Sibiu (Hermannstadt) mit seinem bunten Treiben auf den Straßen, den schön restaurierten Plätzen, vielen Cafes  und überall freundlichen Menschen.

Natürlich stand auch eine Kirchenburg, Zeugnis der 800-jährigen Geschichte Siebenbürgens, durch die uns ein ZIVI aus Österreich führte,  auf dem Programm sowie eine Wanderung in den Ausläufern der Karpaten, wo man wirklich auf keine Menschenseele trifft und wenn man Glück hat, so wie wir, auch keinen Bären.

B. Hesselbarth, U. Raunecker